{"id":2622,"date":"2021-03-07T15:21:57","date_gmt":"2021-03-07T14:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cadooh.de\/?page_id=2622"},"modified":"2022-04-06T19:29:18","modified_gmt":"2022-04-06T17:29:18","slug":"history-jute","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/history-jute\/","title":{"rendered":"History Jute"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 261px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jute#\/media\/Datei:Jute_statt_Plastik.jpeg\" target=\"_blank\" rel=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Jute_statt_Plastik.jpeg noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Tasche.jpg\" alt=\"\" width=\"251\" height=\"326\" \/><\/a><p class=\"wp-caption-text\"><em>Foto Wikipedia<\/em><\/p><\/div>\n<p><strong>1978 war das Jahr der \u201cJutetasche\u201c<\/strong>.<br \/>\nBraun, kratzig, 2,50 DM kostend und etwas muffelig riechend. Meine Mutter hatte sie auch. Ich glaube \u201eAtomkraft \u2013 Nein Danke\u201c stand darauf gedruckt. Fast alle hatten so einen Tragebeutel aus Jute. Es explodierte ein neues Umweltbewusstsein. \u201eJute statt Plastik\u201c wurde zum Slogan einer ganzen Generation. In den Innenst\u00e4dten tauschten Aktionsgruppen Plastikt\u00fcten gegen Jutetaschen. Jeder wollte eine haben. Sie war ein Zeichen, das unser Lebensstil der Wegwerf-Mentalit\u00e4t zu Lasten der Dritten Welt ging. 5 Millionen Jutetaschen produzierten Frauen aus Bangladesch f\u00fcr Deutschland, verdienten damit Geld und konnten sogar kleine Unternehmen gr\u00fcnden.<br \/>\nDie Jutetasche war so meine erste Erinnerung an diese Naturfaser.<\/p>\n<p><strong>Seit einiger Zeit erlebt die Jutefaser ein Comeback im Interior-Bereich.<\/strong><br \/>\nSo bringen stylische Juteteppiche eine gem\u00fctliche, exotische Nat\u00fcrlichkeit in unser Heim. Im Bau wird Jute als D\u00e4mmstoff verwendet und dient als Tr\u00e4germaterial f\u00fcr Linoleum. Die Fasern werden auch f\u00fcr Verpackungsmaterialien (S\u00e4cke\/Beutel), Spezialpapiere und grobe Garne verwendet.<\/p>\n<p><strong>Und klar \u2026 mit Jute l\u00e4sst es sich auch dekorativ H\u00e4keln oder H\u00e4nfkeln. <\/strong><br \/>\n<strong>So nennt mein Cadoohartland die H\u00e4kelkunst mit groben Garnen. \u201eHast Du heute schon geh\u00e4nfkelt?\u201c ist mein Slogan und immer mehr Fans zeigen sich einer Bindfadenh\u00e4kelei positiv aufgeschlossen.<\/strong><br \/>\n<strong>Der sch\u00f6nste Bindfaden daf\u00fcr ist die Jute, meine ich.<\/strong><\/p>\n<p>Werkst\u00fccke im Outdoor-Bereich sollten aber regengesch\u00fctzt sein, da die Faser an St\u00e4rke verliert, wenn sie Wasser ausgesetzt ist. Das l\u00e4sst sie auch gut verrotten. Als Naturfasern sind Jutefasern daher vollst\u00e4ndig biologisch abbaubar. Das allein ist doch schon einmal ein Grund, das H\u00e4keln mit der \u201egoldenen Faser\u201c zu versuchen. Ich gebe zu, es ist nicht einfach mit einem etwas starren Garn zu arbeiten; das Ergebnis jedoch macht alle M\u00fchen wett.<\/p>\n<p><strong>Meine Empfehlung anf\u00e4nglich zum H\u00e4keln\/H\u00e4nfkeln: das Jutegarn tex500x3, NM 2\/3, Fadenst\u00e4rke ca. 1,75-2mm und die H\u00e4kelnadel EU Nr.4,5 \u2026 und der feste und ambitionierte Wille. <\/strong><br \/>\n<strong>\u201eEinfach\u201c kann jeder \ud83d\ude09<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Ingunn2.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"350\" \/><\/p>\n<p><strong>Und wer tr\u00e4gt nicht gerne die wunderbaren Espadrilles im Sommer mit ihren Jutesohlen?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Empfehlung: <strong>Sophie and Me<\/strong> \u2013 der Etsy-Shop der Norwegerin Ingunn Santini, die sich als eine der ersten Designerinnen\u00a0 an geh\u00e4kelte Sohlen<br \/>\n(Soles for Slippers) wagte.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>H\u00e4kelanleitungen nur in Englischer Sprache:\u00a0<\/strong><\/span><br \/>\n<strong><span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.etsy.com\/shop\/PdfPatternDesign\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDFPatternDesign by Ingunn Santini<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aber was ist denn die Jute eigentlich genau? Woraus besteht sie? <\/strong><br \/>\n<span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Hier etwas Geschichte \u00fcber die Naturfaser:<\/strong><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/jute-5973747_1920.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"232\" \/><\/p>\n<div style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Jute_field.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"263\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><em>Foto Malcolm Manners CCBY2.0<\/em><\/p><\/div>\n<p><strong>Anbau von Jute<\/strong><\/p>\n<p><strong>Jute ist eine Regenfeldpflanze, die vor allem in Bangladesch, Indien, China und Thailand angebaut wird.<\/strong> Die Jutefaser wird aus dem St\u00e4ngel und dem Band (Au\u00dfenhaut) der Jutepflanze gewonnen. Die Fasern werden zun\u00e4chst durch R\u00f6sten gewonnen. Bei der Rotte werden die Jutest\u00e4ngel geb\u00fcndelt und in flie\u00dfendes, niedriges Wasser getaucht. Es gibt zwei Arten der Rotte: die Stammrotte und die Bandrotte. Nach dem Rotteprozess beginnt das Abziehen.\u00a0 Dabei werden die nicht faserigen Teile abgeschabt, dann greifen die Arbeiter in das Innere des Jutest\u00e4ngels und holen die Fasern heraus.<br \/>\nDie isolierten Fasern werden anschlie\u00dfend in flie\u00dfendem Wasser gewaschen, getrocknet und dann oft mit mineralhaltigen \u00d6len behandelt, das \u201eBatschen\u201c genannt wird. In Jutewerken wird dann aus der Naturfaser ein Garn hergestellt. Hier wird es ausgewaschen, vom \u00d6l befreit und zu Stoffen oder anderen Produkten weiterverarbeitet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/bangladesh-3543765_1920.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" \/><strong>Es gibt fast 40 Corchorus-Arten<\/strong>, davon 2 Arten, die zur Fasergewinnung genutzt werden.<br \/>\nJute-Bl\u00e4tter sind die Bl\u00e4tter der beiden Corchorus-Pflanzen <strong>\u201eCorchorus capsularis\u201d<\/strong> und <strong>\u201eCorchorus olitorius\u201d<\/strong> und aus der Familie der Malvengew\u00e4chse. Jute-Bl\u00e4tter sind gr\u00fcn und gezackt und haben eine etwas schleimige Konsistenz, \u00e4hnlich der Konsistenz von Okraschoten.<\/p>\n<p><strong>Lecker auf den Tisch:<\/strong><br \/>\n<strong>W\u00e4hrend die St\u00e4ngel zur Herstellung von Jutefasern verwendet werden, sind die Bl\u00e4tter z.B. auch essbar.<\/strong> Das Jute-Bl\u00e4tter auch als Nahrungsmittel verwendet werden k\u00f6nnen, wei\u00df in Deutschland kaum jemand. Jute-Bl\u00e4tter sind aber ein beliebtes Gem\u00fcse in West-Afrika, dem Nahen Osten und in der Thai-K\u00fcche, wobei die Bl\u00e4tter der Corchorus capsularis mehr in Asien und die Bl\u00e4tter der Corchorus olitorius eher in Afrika und im Nahen Osten verwendet werden. Die Yoruba in Nigeria nennen es &#8222;ewedu&#8220; und die Songhay in Mali &#8222;fakohoy&#8220;.\u00a0 Auch in den n\u00f6rdlichen Provinzen der Philippinen ist es ein beliebtes Gericht, das auch als Saluyot bekannt ist. <strong>Muluchiya, Melukhiya<\/strong> \u2026 z.B. ist ein Nationalgericht der \u00c4gypter: ein Eintopf\/Suppe aus Jute mit Gem\u00fcse, Koriander, Knoblauch, Gefl\u00fcgel, Kaninchen, Lamm, Shrimps, etc. Die langkapselige Jute oder Maltajute (<em>deutsch auch<\/em>\u00a0<em>Muskraut<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>Gem\u00fcsejudenpappel)<\/em>, die hier verwendet wird ist reich an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Welt Historisch <\/strong><em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/worldjute.com\/about_jute\/juthist.html\"><span style=\"color: #ff0000; text-decoration: underline;\">http:\/\/worldjute.com\/about_jute\/juthist.html<\/span>)<\/a><\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/span><strong>China<br \/>\n<\/strong>Bei der Recherche stie\u00df ich immer wieder auf einen chinesischen Ursprung. Chinesische Papiermacher w\u00e4hlten von alters her fast alle Pflanzenarten wie Hanf, Seide, Jute, Baumwolle usw. f\u00fcr die Papierherstellung. Qiu Shiyu, Forscher an der Akademie der Wissenschaften in Harbin und Experte f\u00fcr die Geschichte der Jin, kam zu dem Schluss, dass Juden fr\u00fcher an der Gestaltung von &#8222;Jiaozi&#8220; aus grobem Jutepapier beteiligt waren. <strong>Ein kleines St\u00fcck Jutepapier mit chinesischen Schriftzeichen<\/strong> wurde 2006 in Dunhuang in der Provinz Gansu im Nordwesten Chinas entdeckt. Man nimmt an, dass es w\u00e4hrend der Westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. &#8211; 220 n. Chr.) hergestellt wurde.<\/p>\n<p><strong>Jute im Altertum<br \/>\n<\/strong>Jute wird seit dem Altertum in Afrika und Asien verwendet, um aus den St\u00e4ngeln Tauwerk und Webfasern und aus den Bl\u00e4ttern Nahrungsmittel herzustellen. In mehreren historischen Dokumenten (Ain-e-Akbari von Abul Fazal aus dem Jahr 1590) aus der Zeit des gro\u00dfen Mogulkaisers Akbar (1542-1605) hei\u00dft es, dass die armen Dorfbewohner Indiens Kleidung aus Jute trugen. Einfache Handwebst\u00fchle und Handspinnr\u00e4der wurden von den Webern benutzt, die auch Baumwollgarne spannen konnten. Aus der Geschichte geht auch hervor, dass die Inder, insbesondere die Bengalen, seit alters her Seile und Schn\u00fcre aus wei\u00dfer Jute f\u00fcr den Haushalt und andere Zwecke verwendeten.<\/p>\n<p><strong>Zeitraum ab dem 17. Jahrhundert<br \/>\n<\/strong>Die Britische Ostindien-Kompanie war die vom 17. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Indien beauftragte Beh\u00f6rde des britischen Empire. Die Gesellschaft war der erste Juteh\u00e4ndler. Im 19. Jahrhundert handelte das Unternehmen haupts\u00e4chlich mit Rohjute. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann das Unternehmen, mit der Juteindustrie in der schottischen Stadt Dundee Rohjute zu handeln. Dundee erhielt in der Folgezeit den humorvollen Beinamen <strong>\u201eJuteopolis\u201c.<\/strong><br \/>\nIn dieser Zeit hatte das Unternehmen ein Monopol auf diesen Handel. Margaret Donnelly I. war in den 1800er Jahren Grundbesitzerin einer Jutem\u00fchle in Dundee. Sie richtete die ersten Jutem\u00fchlen in Indien ein. Die Unternehmer der Juteindustrie von Dundee in Schottland wurden die Jutebarone genannt.<\/p>\n<p>1793 exportierte die East India Company die erste Lieferung von Jute. Dieser ersten Lieferung, 100 Tonnen, folgten in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden weitere. Schlie\u00dflich gelangte eine Lieferung nach Dundee in Schottland, wo die Flachsspinner wissen wollten, ob Jute maschinell verarbeitet werden konnte.<\/p>\n<div style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Dundee_Mill.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"266\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><em>(Photo courtesy of University of Dundee Archive Services) \u00a9 Women weavers at their looms inside Dens Works, c.1908, photograph, 20 x 25 cm, photographer unknown <\/em><\/p><\/div>\n<p><strong>Ab den 1830er Jahren lernten die Spinner in Dundee, wie man Jutegarn spinnt,<\/strong> indem sie ihre motorgetriebenen Flachsmaschinen modifizierten. Mit dem Aufschwung der Juteindustrie in Dundee stiegen auch die Produktion und der Export von Rohjute vom indischen Subkontinent, der der einzige Lieferant dieses Rohstoffs war.<\/p>\n<p><strong>Wo Industriegeschichte zur lebendigen Gegenwart wird, Verdant Works in Dundee:<\/strong> (Quelle: <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.erih.de\/da-will-ich-hin\/site\/verdant-works\">https:\/\/www.erih.de\/da-will-ich-hin\/site\/verdant-works<\/a><\/span>)<\/p>\n<p>Der Boden erbebt, wenn die Fabrik zum Leben erwacht. Karden, Streckb\u00e4nke, Spinn- und Webmaschinen k\u00e4mmen, strecken, zwirbeln, spinnen und weben jene Faser, f\u00fcr die Dundee einst ber\u00fchmt war: Jute. Im sp\u00e4teren 19. Jahrhundert gab es in der schottischen Hafenstadt so viele Jutewerke wie sonst nirgends auf der Welt. Verdant Works ist eines davon und zugleich das letzte, das noch vollst\u00e4ndig intakt ist. Der Besucher erlebt die Vergangenheit der \u00f6rtlichen Textilindustrie aus erster Hand. In den Werksb\u00fcros belauscht er die Buchhalter bei ihren Gespr\u00e4chen. Zusammen mit Ballen roher Jute reist er im Frachtraum eines Schnellseglers von Indien nach Dundee. Best\u00fcrzt erf\u00e4hrt er von dem harten Leben der Kinder, die in den Manufakturen schufteten, vergleicht das Leben eines Fabrikm\u00e4dchens mit dem Luxus der Jutebarone und ihrer Familien und sieht \u2013 wie f\u00fcr die \u00f6rtlichen Textilfabriken \u00fcblich \u2013 vor allem Frauen an den Maschinen stehen. Filme, interaktive Computerprogramme, audiovisuelle Szenarios, der \u00d6lgeruch und der L\u00e4rm der laufenden Maschinen machen Verdant Works zu einem lebendigen Museum.<br \/>\n<strong>Homepage:<\/strong> <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"https:\/\/www.verdantworks.co.uk\/\">https:\/\/www.verdantworks.co.uk\/<\/a><\/span><\/p>\n<p>Jutes\u00e4cke, die f\u00fcr Getreide benutzt wurden, waren damals sehr wertvoll. Jeder Besitzer stempelte seine eigenen S\u00e4cke, um sie nach der Auslieferung wieder zur\u00fcckzubekommen. In manch einer Getreidesch\u00fctte kann man heute noch Farbstempelabdr\u00fccke an den W\u00e4nden entdecken (Sch\u00fcttkasten Schloss Petronell des Grafen Abensperg-Traun, (Quelle: <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/archaeologos.at\/auf-den-spuren-der-herrschaft-petronell\/\">http:\/\/archaeologos.at\/auf-den-spuren-der-herrschaft-petronell\/<\/a><\/span>)<\/p>\n<p>1861 gr\u00fcndete der Industrielle Julius Spiegelberg (1833-1897) die erste Jutespinnerei 1861 auf dem europ\u00e4ischen Festland in Vechelde bei Braunschweig. Im Jahr 1866 produzierte das Unternehmen w\u00f6chentlich etwa 500-600 Zentner Jutegarn. Der Betrieb bestand bis 1926.<\/p>\n<p><strong>Zeitraum ab 1855<br \/>\n<\/strong>Kalkutta (heute Kolkata) hatte den Rohstoff in unmittelbarer N\u00e4he, da die Juteanbaugebiete haupts\u00e4chlich in Bengalen lagen. Es gab ein reichhaltiges Angebot an Arbeitskr\u00e4ften, reichlich Kohle f\u00fcr die Stromerzeugung, und die Stadt war ideal f\u00fcr den Versand zu den Weltm\u00e4rkten gelegen. Die erste Jutem\u00fchle wurde 1855 in Rishra am Fluss Hooghly in der N\u00e4he von Kalkutta errichtet, als George Acland Jutespinnmaschinen aus Dundee mitbrachte. Vier Jahre sp\u00e4ter wurde die erste motorbetriebene Weberei errichtet.<\/p>\n<p>Bis 1869 waren f\u00fcnf Webereien mit 950 Webst\u00fchlen in Betrieb. Das Wachstum war rasant, und bis 1910 exportierten 38 Unternehmen mit 30.685 Webst\u00fchlen mehr als eine Milliarde Yards Stoff und \u00fcber 450 Millionen S\u00e4cke. Bis Mitte der 1880er Jahre beschr\u00e4nkte sich die Juteindustrie fast ausschlie\u00dflich auf Dundee und Kalkutta. Frankreich, Amerika und sp\u00e4ter auch Deutschland, Belgien, Italien, \u00d6sterreich und Russland wandten sich in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts der Juteherstellung zu.<\/p>\n<p>In den folgenden drei Jahrzehnten erlebte die Juteindustrie in Indien einen noch bemerkenswerteren Aufschwung und erreichte bis 1939 mit insgesamt 68 377 Webst\u00fchlen, die sich vor allem auf den Hooghly-Fluss in der N\u00e4he von Kalkutta konzentrierten, eine f\u00fchrende Position. Allein diese Fabriken waren in der Lage, die Weltnachfrage zu decken.<\/p>\n<p>Die ersten Waren, die in Dundee aus Jute gewebt wurden, waren grobes Sackmaterial. Mit zunehmender Erfahrung wurden jedoch feinere Stoffe hergestellt, die in Indien als Sackleinen oder Jute bekannt sind. Diese hochwertigen Stoffe fanden rei\u00dfenden Absatz, und schlie\u00dflich begannen die indischen Jutefabriken, diese Stoffe herzustellen. Der nat\u00fcrliche Vorteil, den diese Fabriken genossen, machte Kalkutta bald zum Weltmarktf\u00fchrer bei Sackleinen und Sackstoffen, und die Fabriken in Dundee und anderen L\u00e4ndern wandten sich Spezialit\u00e4ten zu, von denen eine gro\u00dfe Vielfalt entwickelt wurde<\/p>\n<div style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/ww1.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"350\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><em> photographer unknown, &#8222;Aus den Sch\u00fctzengr\u00e4ben zu Ehren des K\u00f6nigs&#8220; inmitten von Jutes\u00e4cken<\/em><\/p><\/div>\n<p><strong>1.Weltkrieg<br \/>\n<\/strong>Eine letzte gro\u00dfe Exportwelle im Britischen Kolonialreich gab es w\u00e4hrend des 1. Weltkrieges, als mehr als eine Milliarde Jutes\u00e4cke als Sands\u00e4cke an die Front geschafft wurden. Sie dienten als Stabilisierung der ausgehobenen Sch\u00fctzengr\u00e4ben und als Schutz vor Gewehrkugeln.<\/p>\n<p><strong>Die Juteindustrie nach 1947<br \/>\n<\/strong>Nach dem Fall des britischen Empire in Indien im Jahr 1947 begannen die meisten Jutebarone, Indien zu verlassen und lie\u00dfen die Juteindustrie zur\u00fcck. Die meisten Jutefabriken in Indien wurden von den Gesch\u00e4ftsleuten aus Marwara \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>In Ostpakistan gab es nach der Teilung 1947 keine Juteindustrie mehr, aber es verf\u00fcgte \u00fcber den besten Bestand an Jutefasern.\u00a0 Als die Spannungen zwischen Pakistan und Indien zunahmen, versp\u00fcrten die Pakistaner das Bed\u00fcrfnis, ihre eigene Juteindustrie aufzubauen. Mehrere pakistanische Familien (haupts\u00e4chlich aus Westpakistan) stiegen in das Jutegesch\u00e4ft ein und gr\u00fcndeten mehrere Jutem\u00fchlen in Narayanganj im damaligen Ostpakistan, darunter die wichtigsten: Bawanis, Adamjees, Ispahanis und Dauds. Nach der Befreiung Bangladeschs von Pakistan im Jahr 1971 wurden die meisten der in pakistanischem Besitz befindlichen Jutefabriken von der Regierung Bangladeschs \u00fcbernommen. Um diese Jutem\u00fchlen in Bangladesch zu kontrollieren, gr\u00fcndete die Regierung sp\u00e4ter die Bangladesh Jute Mills Corporation (BJMC).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/collage1.jpg\" alt=\"\" width=\"470\" height=\"236\" \/><\/p>\n<p>Und &#8230;?<br \/>\nHeute schon geh\u00e4nfkelt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1978 war das Jahr der \u201cJutetasche\u201c. Braun, kratzig, 2,50 DM kostend und etwas muffelig riechend. 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