{"id":73,"date":"2016-07-14T07:21:47","date_gmt":"2016-07-14T05:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cadooh.de\/?page_id=73"},"modified":"2025-02-03T10:54:28","modified_gmt":"2025-02-03T09:54:28","slug":"historie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/historie\/","title":{"rendered":"History H\u00e4keln &#8211; die gro\u00dfe Geschichte der H\u00e4kelei"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span class=\"description en\" lang=\"en\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Hauptbild_shadow.png\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"481\" \/><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von wegen&#8230;,<br \/>\nmal eben schnell die Geschichte des H\u00e4kelns recherchieren\u2026<br \/>\nJe mehr ich mich in die historische Materie vertiefte umso umfangreicher und vielf\u00e4ltiger wurde sie. So wurde die Geschichtsrecherche von einem Tag zum anderen zu einer Reise um die alte Welt. Begegnungen mit alten Techniken, Materialien und flei\u00dfigen Frauen aller Gesellschaftsschichten. Frauen, die ihre Langeweile weghandarbeiteten oder Frauen, die damit den Lebensunterhalt f\u00fcr die Familie erwirtschafteten. Manchmal harte Zeiten, in denen man noch beim flackernden Kerzenlicht feinste Spitzen h\u00e4kelte.<\/p>\n<p>Vorweg gibt es einen kleinen Einblick, den ich ab und zu dann<br \/>\nmit einem Blog-Beitrag vertiefen werde.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen wir ja gemeinsam<br \/>\ndie alte Zeit wieder ein wenig aufleben lassen.<br \/>\nViel Spa\u00df bei meinem historischen Streifzug durch die H\u00e4kelgeschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nenn es wie die Franzosen, Belgier, Italiener und Spanier CROCHET. HAKEN in Holland. HAEKLING in Norwegen und VIRKNING in Schweden. Das H\u00c4KELN. Vom altfrz. Wort <em>croc<\/em> oder <em>croche<\/em> f\u00fcr die H\u00e4kelnadel stammend, ist das altnordische Wort daf\u00fcr <em>krokr<\/em>.<\/p>\n<p>Wo genau der Ursprung des H\u00e4kelns zu finden ist, bleibt nebul\u00f6s, sehr unklar. Es hat sich \u00fcber viele Kontinente und L\u00e4nder schlagartig verbreitet. So soll es bei den Kopten aus \u00c4gypten stammend verbreitet gewesen sein. Es gibt Funde aus dem 7.-9.Jh. von Nadeln mit H\u00e4kchen. Man findet bronzene Pfrieme und Knochennadeln zur Verwendung von \u00e4hnlichen Handarbeitstechniken, wie dem Nalebinding. Davon zeugen das Haarnetz von Borum Eskoj und die Frauenhaube von Skrydstrup.<\/p>\n<div style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Figdor2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"291\" \/><p class=\"wp-caption-text\"><em>)11 MAK, Sammlung Albert Figdor, Inventnr. F815, Abteilung: Metall und Wiener-Werkst\u00e4tte-Archiv<\/em><\/p><\/div>\n<p>Interessant fand ich den Hinweis von Frau Dr. Katharina Zwittnig in dem Werkbuch H\u00e4keln, dass sich eine H\u00e4kelnadel aus dem 16.Jh. in einem kleinen Taschennecessaire befinden soll. Diese befindet sich heute im Wiener Museum f\u00fcr angewandte Kunst in der Kunstsammlung von Dr. Albert Figdor (1843-1927)<br \/>\n&#8211; siehe Foto links.<br \/>\n<em>Ich bezweifle, dass es sich um eine H\u00e4kelnadel handelt. Der Lederk\u00f6cher selbst hat eine L\u00e4nge von nur 12cm, somit sind die kleinen silbernen Werkzeuge kleiner und erinnern mich eher an ein Manik\u00fcr- oder Zahnpflegeset. Wer weitere Ideen oder Erkenntnisse hat, darf mir diese gerne mitteilen! B.L. Bidder<\/em><\/p>\n<p>Sicherlich diente die Technik des Verflechtens eines langen Fadens anf\u00e4nglich dazu Fang- und Fischnetze f\u00fcr die Jagd, sp\u00e4ter dann w\u00e4rmende und schm\u00fcckende Textilien herzustellen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die d\u00e4nische Autorin Lis Paludan)5 nennt uns 3 interessante Theorien<\/span><br \/>\n<strong>1)<\/strong> Das H\u00e4keln verbreitete sich aus Arabien ostw\u00e4rts \u00fcber Tibet und westw\u00e4rts \u00fcber Spanien<br \/>\nvon wo es sich \u00fcber die arabischen Handelsrouten weit in den Mediterranen Raum ausbreitete.<br \/>\n<strong>2)<\/strong> Ursprung S\u00fcdamerika. Dazu geistert eine Sage im Internet herum, das es der Stamm der Karau Indianer war, die das H\u00e4keln vom gro\u00dfen Geist des Wassers mit Hilfe eines Vogels gelehrt, erfunden haben sollen. Recherchiert man, st\u00f6\u00dft man jedoch nur auf die Warao-Indios des Orinoco-Delta, deren Frauen H\u00e4ngematten, Textilien und Faserngef\u00e4\u00dfe kn\u00fcpften und flochten.<br \/>\nVielleicht wurde hier zu den Initiationsritualen mit einer Hakennadel rituelle Kleidung gearbeitet.<br \/>\n<strong>3)<\/strong> Das H\u00e4keln findet seinen Ursprung in China. Gefunden wurden geh\u00e4kelte Puppen.<br \/>\nVielleicht den heutigen Amigurumis \u00e4hnlich. Leider fand ich dazu keine Bildquellen, die diese Theorien optisch aufwerten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise, so Paludan, war das H\u00e4keln unter einem anderen Namen bekannt. Italienische Quellen des 15.Jh. sprechen von dem \u201eWerk oder Spitze der Nonnen\u201c, klerikaler Damen, die kirchliche Textilien herstellten. Weitere Nachforschungen ergeben, dass sich direkt aus der chinesischen Handarbeit mit Nadeln eine besondere Form der Stickerei in der T\u00fcrkei, Indien, Persien und Nordafrika entwickelte und dann das Europa im 17.Jh. erreichte. Nun st\u00f6\u00dft man auf das \u201eTambouring\u201c von dem frz. Wort <strong>tambour<\/strong> = Trommel. Ein St\u00fcck Musselin oder Netzstoff wird auf einem Rahmen, \u00e4hnlich dem Stickrahmen, gespannt und mit einer Tambournadel, die stark im Aussehen an unsere heutige H\u00e4kelnadel erinnert, werden Luftmaschen eingestochen, \u00e4hnlich dem Webh\u00e4keln.<\/p>\n<div style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Walde.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"342\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)2Tochter Anna Waldegrave rechts mit dem Tambour-Rahmen<\/p><\/div>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>TIPP<\/strong><\/span>: Die engl. Seite von Mary Corbet informiert umfassend mit einem genialen Video<br \/>\n\u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.needlenthread.com\/2013\/11\/tambour-embroidery-how-to-video-the-basic-stitch.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\"><strong>\u201eTambour Embroidery\u201c<\/strong><\/span><\/a>.<\/p>\n<div style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/Diderot_Tambour.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"447\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)3 Diderot &amp; d\u00b4Alembert Encyclopedia<\/p><\/div>\n<p>Die erste schriftliche Erw\u00e4hnung der Tambour- und H\u00e4keltechnik, bzw. Ger\u00e4tschaften finden wir 1763 unter Stickerei\/Brodeur in dem umfassenden Werk , Wikipedeas Urahn, von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d\u00b4Alembert dem \u201eDictionnaire raisonn\u00e9 de sciences, des arts et des M\u00e9tiers\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war nur ein Frage der Zeit bis der Stoff fortgelassen wurde und die Franzosen das \u201eH\u00e4keln in der Luft\u201c erfanden. Bemerkenswert, dass selbst die vom Leinengrund losgel\u00f6ste Reticella-Spitze im ausgehenden 15.Jh., die durch ihre Kompliziertheit nur von gelernten Facharbeiterinnen ausgef\u00fchrt werden konnte, mit der H\u00e4kelnadel nachgearbeitet wurde. Aus dieser \u201efreien Spitze\u201c, also vom Stoffgrund losgel\u00f6st, entstanden im 17. und 18.Jh. in Italien dann geschwungene Muster wie die Rosalienspitze.<\/p>\n<p>Zu Beginn des 19.Jh. wurde die H\u00e4keltechnik vornehmlich zum Anfertigen von Imitationen gewebter und gekl\u00f6ppelter Spitzen verwendet. Es war auch der Siegeszug der industriellen Garnproduktion. Garn wurde nun leicht verf\u00fcgbar und billiger und da das H\u00e4keln mehr Faden als vergleichbare Textilproduktionen braucht profitierte die Industrie von diesem H\u00e4kelsiegeszug.<\/p>\n<p>Mit der irischen H\u00e4kelspitze erfuhr die Rosalienspitze ihre vollkommene Nachahmung. Franz\u00f6sische Klosterfrauen f\u00fchrten um 1830 die H\u00e4kelspitze in Irland ein und retteten damit ganze Familien vor dem Hungertod. Viele Frauen konnten ihre Familien bei der gro\u00dfen Hungersnot in Irland von 1845-1850 als die Kartoffelernte schlecht ausfiel mit dem Anfertigen und Verkauf von H\u00e4kelspitze \u00fcber Wasser halten. Geld konnte gespart werden. Rund 2 Millionen Irl\u00e4nder wanderten zwischen 1845-1859 nach Amerika aus, um 1900 waren es schon 4 Millionen, die ihre F\u00e4higkeiten den spinnenden, webenden, strickenden und quiltenden amerikanischen Frauen mitbrachten.<\/p>\n<p>Die besonderen Kennzeichen der Irischen H\u00e4kelspitze \u2013 oder auch als H\u00e4kelgipure bekannt \u2013 waren erhaben gearbeitete R\u00f6schen, Vierecke, Sterne, Rosetten, Bl\u00e4tter und nat\u00fcrlich das ber\u00fchmte irische Kleeblatt in seinen unterschiedlichsten Variationen. Diese Losgel\u00f6stheit von jeglicher Symmetrie ist die Eigenart der irischen H\u00e4kelei. Die freigeh\u00e4kelten Motive werden &#8211;\u00a0 durch gen\u00e4hte oder geh\u00e4kelte Stege teils mit zierenden Picots &#8211;\u00a0 in einem Mustergef\u00fcge miteinander verbunden. Komplizierte Spitzen werden vorab auf eine Vorzeichnung geheftet.<br \/>\nFr\u00fcher konnte man daf\u00fcr sogar eigene &#8222;Pausleinen&#8220; z.B. von DMC erwerben.<br \/>\nWer sich f\u00fcr Spitze interessiert: Das Museum f\u00fcr angewandte Kunst in Wien, das MAK <span style=\"color: #808080;\"><em>)9<\/em><\/span>, verwahrt besonders kostbare Erzeugnisse dieser Kunst. Auch im Textilmuseum in St. Gallen\/Schweiz <span style=\"color: #808080;\"><em>)10<\/em><\/span>\u00a0 ,sind kleine Kunstwerke in H\u00e4kelgipure zu bestaunen. Laut eines alten Fachbuches bietet auch das Stift Kremsm\u00fcnster in \u00d6sterreich eine wahre Fundgrube f\u00fcr Liebhaber alter Kl\u00f6ppel- und H\u00e4kelspitze, die Sammlung des Paters Sebastian Mayr. Und sicherlich gibt es noch viele Textilmuseen weltweit, die Objekte dieser wunderbaren Kunst zeigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div style=\"width: 411px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/ic-13.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"312\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)4 Lace Overcoat Irish Crochet<\/p><\/div>\n<p>Von Irland aus breitete sich die H\u00e4keltechnik schnell aus und erreichte bei der Londoner Weltausstellung 1851 einen hohen Bekanntheitsgrad.<\/p>\n<p>Die ersten gedruckten Hefte mit H\u00e4kelmustern wurden von gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen Frauen publiziert.<br \/>\nZ.B. Miss Lambert, Marie Louise Kerzmann oder die bekannte Mademoiselle Eleonore Riego de la Branchadiere, die von 1850-1868 elf kleine Heftchen publizierte (knapp 72 B\u00fccher \u00fcber die feinen Nadelarbeiten &#8211; vorwiegend H\u00e4keln und Tatting &#8211; sollen von ihr stammen) und ein Warenhaus (a fancy Berlin warehouse) in London betrieb.<br \/>\nSo wurde die Spitzenarbeit besonders die irische f\u00fcr alle Bev\u00f6lkerungsschichten zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter gelangte die Irische Spitze nach Frankreich, wo aus ihr die \u201eBretonische Spitze\u201c entstand.<br \/>\nVon dort aus weiter nach Wien, wo sie sich in die sogenannte \u201eWiener H\u00e4kelgip\u00fcre\u201c weiterentwickelte.<br \/>\nDie &#8222;Wiener Spitze&#8220; besteht aus nur 2 Elementen, wie aufgen\u00e4hte oder eingearbeitete Bl\u00fcten, Bl\u00e4tter, Sterne und R\u00f6schen auf einem geh\u00e4kelten Grundnetz und ist somit der irischen sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>So setzte sich also das H\u00e4keln zun\u00e4chst in England, in den USA und Frankreich als kosteng\u00fcnstiger Ersatz f\u00fcr gekl\u00f6ppelte Spitzen durch und bekam das Stigma einer \u201eArmen-Leute-Handarbeit\u201c. Wer sich das teure Statussymbol Spitze leisten konnte, betrachtete H\u00e4kelarbeiten mit Herablassung.<\/p>\n<p>Erst mit der Hilfe von Queen Victoria \u00e4nderte sich das. Nachdem ihr jemand Irische Spitze geschenkt hatte, war sie begeistert un<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/queenofcrochet.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"277\" \/>d trug sie zu ihren Kleidern und Bonnets und sorgte so f\u00fcr eine modische Sensation. Queen Victoria in jungen Jahren (wie Lady Diana unserer Zeit) als Fashion Ikone ihrer Zeit verhalf der Irischen Spitze zu Ansehen. Au\u00dferdem kurbelte sie die Wirtschaft damit an. 1861 nach dem Tod ihres geliebten Mannes Prinz Albert verfiel sie in tiefe Depressionen. Heute wissen wir um den <a href=\"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/teil-1-haekelyoga\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #800080;\"><strong>therapeutischen Effekt<\/strong><\/span><\/a> (H\u00e4kelyoga) von Handarbeiten. Victoria begann zu h\u00e4keln. Oft stundenlang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"width: 335px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/queencrochet3.jpg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"312\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)6 Scarf of honour<\/p><\/div>\n<p>Ber\u00fchmt wurden ihre 8 Schals f\u00fcr britische Soldaten.<br \/>\nDie kuriosen \u201eScarfs of Honour\u201c gingen in die Geschichte ein. Die Ehrenschals gingen an 4 Soldaten (Privates) aus Kanada, Australien, Neuseeland und S\u00fcdafrika, die anderen vier gingen an Mitglieder der britischen regul\u00e4ren Armee, die im s\u00fcdafrikanischen Burenkrieg (1899-1902) gek\u00e4mpft hatten. F\u00fcnf Fu\u00df lang (ca. 1,50 m) sollten diese Schals als Sch\u00e4rpen \u00fcber der Schulter getragen und an der gegen\u00fcberliegenden H\u00fcfte angeschnallt werden. (ausgestellt im Canadian War Museum.) Irgendwann gab es eine Verwirrung \u00fcber den Status des H\u00e4kelst\u00fcckes als milit\u00e4rische Auszeichnung, als man einen kanadischen Schal 1965 wiederentdeckte. Es wurde zuerst angenommen, dass der K\u00f6niginschal eine h\u00f6here Ehre war, als das verliehene Victoria-Kreuz. Doch der H\u00e4kelschal war keine g\u00fcltige milit\u00e4rische Dekoration, sondern die Handarbeit einer K\u00f6nigin. Was f\u00fcr eine Wertsch\u00e4tzung \u2026 was f\u00fcr eine Ehre.<\/p>\n<div style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/resized_CUT_Queenstown_vendor_selling_on_Titanic.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"312\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)7 Schnappschu\u00df Zeitgeschehen auf der Titanic: Kapit\u00e4n Smith neben einer Spitzenverk\u00e4uferin<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie lange sich die modische Kostbarkeit Irische H\u00e4kelspitze hielt, sieht man am Foto links, aufgenommen 1912 auf der Titanic. Eine Verk\u00e4uferin aus Queenstown neben dem Kapit\u00e4n bietet Ihre Ware feil.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.cadooh.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/titanic-brown-la.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"223\" \/><p class=\"wp-caption-text\">)8 Mrs.Browns verlorene G\u00fcter im Wert von 27887,00$ entspricht dem heutigen Wert einer halben Million Euro<\/p><\/div>\n<p>Aus den Forderungen der reichsten Titanic-\u00dcberlebenden wie Charlotte Drake Martinez Cardeza oder Mollie Brown an die White Star Line zum Verlust des Gep\u00e4ckes sieht man aus den Bestands-Listen wie kostbar Kleider oder Lingerie mit Spitze besetzt wurden. Ein <em>Irish Lace Gown <\/em>(eine Art \u00dcberkleid) auf der Liste von Mrs.Brown zeigt den Wert von 150$, was dem heutigen Wert von 3200 Euro entspricht.<br \/>\nLeider kann man die Listen nur noch kostenpflichtig einsehen.<br \/>\nEs gibt nur noch vereinzelte Ausz\u00fcge davon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt jedoch noch eine interessante Theorie, das das H\u00e4keln seinen Ursprung in den schottischen Highlands nahm. Es gibt alte Stiche von strickenden Sch\u00e4fern auf Stelzen. Eine andere Form setzte sich mit dem \u201eShepherds\u00b4s knitting\u201c durch.<br \/>\nDoch statt Stricken wird hier mit einer sehr flachen H\u00e4kelnadel gearbeitet, der \u201eShepherd\u00b4s Hook\u201c, die man auch in Norwegen kennt.<br \/>\nDas \u201ePjoning\u201c. Geh\u00e4kelt wird in Kettmaschen.<br \/>\nEs entstehen sehr dichte und w\u00e4rmende H\u00e4kelstoffe.<br \/>\nPerfekt f\u00fcr das kalte Hochland oder kalte Gebiete, in denen die K\u00e4lte einen Hauptteil des Jahres ausmachte.<\/p>\n<p>Folgende Publikationen sind im archive.org digitalisiert und als freie Quelle verf\u00fcgbar. Ein wunderbarer Fundus f\u00fcr Liebhaber alter Schriften.<br \/>\n&#8211; 1847 schrieb Miss Lambert: in <a href=\"http:\/\/www.archive.org\/stream\/mycrochetsampler00lambiala#page\/8\/mode\/2up\/search\/knitting\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #0000ff;\"><strong>\u201eMy crochet sampler\u201c<\/strong><\/span><\/a><br \/>\n&#8211; Und auch Mlle Branchardiere benennt uns die Kettmasche als Shepherd oder Single crochet,<br \/>\nwogegen die Feste Masche auch als franz\u00f6sische, die French Crochet beschrieben wird:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/krl00376347#page\/n73\/mode\/2up\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #339966;\"><strong><em>Knitting, Crochet and Netting published 1846<\/em><\/strong><\/span><\/a><br \/>\n&#8211; Die erste schriftliche \u00dcberlieferung des Shepherd\u00b4s Knitting finden wir auf Seite 182 in den Memoiren einer Highland-Lady,<br \/>\n<a href=\"https:\/\/archive.org\/stream\/memoirsofhighlan00graniala#page\/182\/mode\/2up\/search\/+knitting\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"text-decoration: underline; color: #800000;\"><strong>Elizabeth Grant of Rothiemurchus<\/strong><\/span><\/a>, geschrieben zwischen 1793-1830.<\/p>\n<p>Heute kennen wir noch die Kettmaschen-H\u00e4kelspezifikationen \u201eBosnisches und Holl\u00e4ndisches (Dutch Knitting) H\u00e4keln\u201c. Um den wachsenden Bedarf nach Schafswolle zu befriedigen, wurden in den sogenannten Highland Clearences, einer weiteren dunklen Geschichtsepoche Schottlands, Tausende Menschen aus den Highlands vertrieben, um Platz f\u00fcr Weideland zu schaffen. Viele mussten wider Willen auswandern. Viele suchten ihr Gl\u00fcck in Amerika, viele vielleicht auch in Europa. So nahmen sie Ihre F\u00e4higkeiten und Kenntnisse mit und konnten so weiter gegeben werden.<br \/>\nSo finden wir z.B. 1824 die erste gedruckte H\u00e4kelanleitung f\u00fcr ein T\u00e4schchen in dem niederl\u00e4ndischen Handarbeitsheftchen Pen\u00e9lop\u00e9. Auch hier wird mit Kettmaschen geh\u00e4kelt.<\/p>\n<p>Noch heute h\u00e4keln wir.<br \/>\nDiese Handarbeit wird hoffentlich niemals in Vergessenheit geraten!<br \/>\nMein historischer Beitrag m\u00f6ge dabei hilfreich sein &#8230;<\/p>\n<p>Birgit Luise Bidder<\/p>\n<p><strong>Copyright\u00a0 &#8211; H\u00e4keln eine historische Reise &#8211; alle Rechte vorbehalten.<br \/>\n<\/strong><em>2016- Update Feb. 2025<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p>Legende:<br \/>\n<em>1)Gem\u00e4lde gro\u00df oben: A Turkish Woman, von Angelica Kauffmann, 1773,<br \/>\nThe Pushkin State Museum of Fine Arts, Moscow.<br \/>\n<\/em><em>2)Quelle:<\/em> <em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Ladies_Waldegrave\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Ladies_Waldegrave<\/a><br \/>\nJoshua Reynolds 1780-81, The Ladies Waldegrave, National Galleries of Scotland, Edinburgh<br \/>\n3)Quelle:<\/em> <em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crochet\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Crochet<\/a><br \/>\nDiderots Encyclopedia, Shepherds Hook and Pen\u00e9lop\u00e9 Purse and Pattern<br \/>\n4)<\/em> <em>c. 1900 Ecru\u00a0Irish Crochet\u00a0Lace Overcoat<br \/>\nQuelle:<\/em> <em>https:\/\/mypicot.com\/irish_crochet_patterns_t01.html<br \/>\n5) Lis Paludan. Crochet:History &amp; Technique<br \/>\nPublisher: Interweave Pr; 1st Printing edition (August 1, 1995)<br \/>\n6)http:\/\/crochetvolution.com\/archives\/spring-2012-archives\/crochet-in-history-queen-victoria<br \/>\n7)https:\/\/www.irishcentral.com\/roots\/history\/immersive-titanic-production-boat-organized-class<br \/>\n8) https:\/\/www.archives.gov\/publications\/prologue\/2012\/spring\/titanic.html<br \/>\n9) https:\/\/www.mak.at\/<br \/>\n<\/em><em>10) https:\/\/www.textilmuseum.ch\/<br \/>\n11) https:\/\/sammlung.mak.at\/sammlung_online?id=collect-19922<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Von wegen&#8230;, mal eben schnell die Geschichte des H\u00e4kelns recherchieren\u2026 Je mehr ich mich in die historische Materie&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-73","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/73","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/73\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3860,"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/73\/revisions\/3860"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.cadooh.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}