Mich hat es schon immer zum Leinengarn hingezogen.
Daher war es jetzt einmal wieder Zeit für ein weihnachtliches Häkeldesign: BANDLIEBE 1.0,
das bald veröffentlicht wird.
Ja, ich mag die Sprödigkeit, die Natürlichkeit, die Haptik des Garns … vor einigen Jahren bezog ich noch für den alten Cadooh Shop schöne Leinengarne aus Litauen und der letzten deutschen Leinenzwirnerei von Heiner Seidelmayer. Fünf Generationen hatten den Familienbetrieb geführt, bis Heiner Seidelmayer in den Ruhestand ging. Kostendruck, Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung aus dem Ausland, weniger Umsatz hatten es dem Unternehmen schwergemacht. In der Familie fand sich kein Nachfolger, um das Geschäft zu übernehmen. 2018 wurde dann die alte Zwirnerei leider abgerissen. Wieder ein Stück Vergangenheit fort. Die Recherche hat mich ein klein wenig wehmütig gemacht.
Wurde Leinen lange Zeit von der günstigeren Baumwolle überholt, findet man mittlerweile das Leinengarn in hochpreisigen Produkten wie Kleidung und Dekoration wieder. Auch die großen Designer entdecken das Leinen neu.
Die Leinen Faser hat eine besondere Exklusivität: sie nimmt bis zu 35 % Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie auch schnell wieder ab, so dass die kühlend, wie auch wärmend sein kann. Perfekt für edle Sommerkleidung.
Leinen ist flusenfrei und wenig anfällig gegen Schmutz und Bakterien, reißfest, strapazierfähig, aber wenig elastisch. Wir kennen die Knitterfalten in Leinenkleidung. Dazu hat die Leinenfaser einen natürlichen Glanz, der mich immer wieder begeistert. Da Leinen eine Bastfaser ist, ist sie anfällig gegenüber Reibung. Daher sollte ein Kleidungsstück aus Leinen vorsichtig gewaschen und nicht gerieben und gewrungen werden.
Als Leinen (wie mittelhochdeutsch līnīin, „linnen, aus Flachs, von Linum usitatissimum“, zu altgriechisch λίνον línon und lateinisch linum ‚Lein‘) oder Flachs werden die Fasern aus den Stängeln des Gemeinen Leins bezeichnet.
Der Anbau von Leinen führt einen zurück in die alte Landwirtschaft.
Alte Begriffe wie „Raufen, Röste, Brechlbad, Hecheln“ begegnen einem, wenn man nach der alten Pflanze recherchiert.
Leinen gewinnt als „ökologische Faser“ natürlich immer mehr an Bedeutung in unserer Zeit. So ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Geschäfte Leinen entdecken. Besonders Gardinen oder luxeriöse Bettwäsche setzen Akkzente in Interieur-Design. Gutes Leinengarn natur oder gefärbt auf Konen kann man in Litauen direkt bei dem großen Händler SIULAS auch online kaufen. Auch Geschäfte für Klöppelbedarf führen oft gute Leinengarne, z.B. von Goldschild.
Sehr schönes, günstig und faires Leinengarn, das ich gerne für meine Designs verwende, gibt es von BC Garn,
das Lino – aus Italien stammend und in Serbien gesponnen und gefärbt.
Meine eigene unbezahlte Kaufempfehlung/Tipp: Ich kaufe Lino immer gerne online beim Wollhandel-Berlin. Wer gerne plastikfreie Wolle und Garne aus nachwachsenden Rohstoffen kaufen möchte, ist bei Anke sowieso und genau richtig. Selten so einen freundlichen Kauf gehabt, dazu ein blitzschneller Versand.
Und sonst? Hast Du einen Garten?
Versucht doch mal „Lein“, den „Gemeinen Lein“ (Linum usitatissimum) in Deinem Garten auszusäen. Der Juni ist sein Monat, denn da sind die kleinen himmelblauen Blüten zu sehen. Wenn auch nur 2 Wochen lang, denn danach bilden sich kleine Samenkapseln aus. Weltweit gibt es bis zu 200 Arten. Na, dann mal Leinen los!



















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