Häkeln wie gestrickt

20. Februar 2017 in gehäkelt

Hast Du schon mal von der „Einfachen Strickstich-Masche“ gehört?


Bist Du erst einmal mit dem Häkelvirus angefixt, stöberst Du im unendlichen Web nach neuen Ideen. Du hast wahrscheinlich schon alles an Amigurumis gewerkelt und hütest einen kompletten Zoo daheim? Dein Fahrrad ist eingehäkelt und das Sofa, mit dem schlafenden Ehemann und seinen heißgeliebten Panzerpuschen, sieht man vor lauter Grannykissen nicht mehr? Dann könnte ich Dir mal eine ganz neue Technik empfehlen. Na ja, sooo neu ist die Häkelmasche nicht, nur irgendwie vergessen…

1913-1915 tauchte der „waistcoat stitch“ im englischsprach. Raum auf und findet sich dort in einem alten Buch wieder: Das Sunlight book. Als „Public domain“ ohne Copyright empfehle ich Dir den link auf dem Bild einmal anzuklicken. Das ganze alte Buch wurde digitalisiert und Du kannst in tollen alten Mustern schwelgen.

Auf Seite 25 findest Du den NEW CHAIN STITCH oder WAISTCOAT (dt.: die Weste) und ganz spannend gibt es einen GERMAN WAISTCOAT STITCH auf der nächsten Seite. Hier verlaufen die fM angeschrägt und kreieren ein interessantes, dichtes Muster.

1936 bringt uns das Schachenmayr Lehrbuch Band 1 auf die Spur der vergessenen Häkelmasche.
Die Lehrbücher wurden in 3 Bänden aufgelegt und behandeln Strick, Stick- und Häkelarbeiten und sollten in jedem Schrank für Handarbeitsfreaks stehen.
Kein neues Buch kommt an die drei heran. Wenn Du Glück hast, kannst Du manchmal noch eines der Bände unter 10€ ergattern.
Stöber mal in den Suchmaschinen danach: auf Auktionshäusern und in Antiquariaten wird man oft fündig.

Absolute Frau Bidder-Kaufempfehlung!!!

Schachenmayr nennt diese Masche den „Einfachen Strickstich“.
Im Prinzip häkelst Du eine herkömmliche Feste Masche, bei der jedoch mit der Häkelnadel in mittig der Stege, also zwischen 2 senkrechten Fäden (die ein „V“ bilden) eingestochen wird. Das Strickbild ergibt sich jedoch nur im Rundenhäkeln.
Perfekt z.B. für Taschen und Mützen

Update: 30.06.2026
Dieses Blogposting hatte ich vor 9 Jahren geschrieben, als ich noch für Ingunn Santini gearbeitet hatte. Sie war eine der ersten italienischen Designerinnen, die diese Masche wiederentdeckte, und mich bat historisch für Deutschland zu recherchieren. 
Mittlerweile hat die „Strickstich-Technik“ ihre Berechtigung z.B. beim Körbehäkeln gefunden. Nicht zuletzt auch, weil bessere Garne dafür auf den Markt kamen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sich dieser Blogbeitrag nach all den Jahren im Web verteilt hat. Es war schon immer so, alles was war, wird wieder sein …
PS.: verlinkt mich gerne. Danke.
Liebe Grüße aus dem Artland
Eure Frau Bidder

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