Die langen grauen Wintertage mit Schnee und Glatteis.
Wenig Bewegung, Müßiggang, leichte Depressionen. Kommt bald mal die Sonne?
Wann kann ich mal wieder meinen Garten betreten?
Ich häkle seit Wochen an einer neuen Mütze.
Häkeln, ribbeln, photographien, schreiben … ein stetiger beruhigender Wechsel. Nachdenken. Das sich wiederholende Muster der Reliefstäbchen, die gleichen Bewegungen … wie eine Mühle (frz.: Moulin), deren Flügel sich im Wind bewegen. Mal schnell, mal langsam, aber immer in der Runde … meditativ.
Die Idee zu einer Baskenmütze liegt schon lange in meiner Schublade. Da hat sie gelauert und auf eine Flucht gehofft. Sie schaffte es vor einigen Wochen in die Freiheit. Da schnappte ich sie und begann die Suche nach einer passenden Wolle. Ich liebe „natur“-liche Wolle, soll heißen ohne Schwester Polyester. Aber nicht immer kann man sich diese finanziell gönnen. Ich denke beim Designen daher auch gerne an Menschen, die sich vielleicht nur günstige Wolle leisten können. MA Linna (ein Wortmix aus Moulin und Leinen/Lin) ist einmal mit einer wunderbaren Wolle von Schoppel gehäkelt: der Alb Lino und einmal mit Sockengarn. Natürlich ist der Mix aus Lammwolle aus Leinen eine hervorragende Qualität, die man beim Tragen der Mütze auch spürt. Leinen gibt der MA LINNA eine Festigkeit und sie stammt auch aus französischem Anbau, was gut zur Baskenmütze passt.
Die Baskenmütze stammt historisch gesehen wohl aus den Pyrenäen, wo sie von Hirten und Bauern getragen wurden. Sie war aus gewalkter Wolle, flach und mit einem Zipfel versehen. Im 16. Jh. setzte sich diese besondere Form des Baretts durch und gelangte ins Baskenland, wo sie wohl von Seeleuten getragen wurde. Napoleon III. soll sie dort entdeckt haben. „Béret Basque“ nannte er sie, Baskenmütze. Ihren Siegeszug konnte man nicht aufhalten. Man kennt sie als Kopfbedeckung von Künstlern, Dichtern, Schauspielern: Picasso, Rodin, die Dietrich …
Im Zweiten Weltkrieg war das Barett dann die Kopfbedeckung der Résistance. Später wurde die Baskenmütze zum Symbol verschiedener Widerstandsbewegungen und der Volksbefreiung.
“Che” Guevara machte sie in den 60iger Jahren zu einem der Symbole der Revolution.
Die irakische Armee bestellte sich 1975 eine Million Baskenmützen. Die Mitglieder der ETA zeigten sich ebenfalls häufig mit dieser Kopfbedeckung. Zudem bekommen im Baskenland traditionell die Sieger oder Siegerinnen von Wettbewerben eine Baskenmütze aufgesetzt und werden txapeldun genannt. Das „Béret Basque“ hat damit das geschafft, was weltweit nur wenigen Kleidungsstücken gelingt, es ist gleichzeitig ein Symbol für Widerstand und Revolution, Teil einer Uniform, ein nationales Symbol und ein modisches Statement.
Ich habe also eine revolutionäre, modische Häkelmütze designt,
d.h. einmal aufgesetzt wirst Du eine innere Stimme des Widerstandes und „la vie est belle“ spüren.
Du bist also „très chic“ als Frau bewaffnet
Kopfumfänge
von 56 -59 cm sind machbar.
Gehäkelt wird mit der Schoppel-Wolle mit NS 3,5 (meine Kaufempfehlung: bei Anke aus dem Wollhandel Berlin)
Ach ja, als „Kopfsocke“ sollte man sie – wenn aus günstigeren Sockenwolle arbeitet – nicht betiteln.
Dafür ist sie zu schön. 4-fach Sockenwolle Aktiv, z.B. von SUPERGARNE und eine etwas kleinere Häkelnadel mit der NS 3, zaubern mit nicht viel Aufwand, aber Zeit eine wunderschöne Baskenmütze.
Na dann, vite vite et voilà: MA LINNA … viel Spaß! Amuse-toi bien!
Die Häkelanleitung zur beschriebenen Baskenmütze ist bald in meinen bekannten Shops bei Crazypatterns und Kasuwa erst einmal nur in Deutscher Sprache erhältlich, Etsy folgt. Abonniere mich doch auf Instagram und Facebook für Neuigkeiten.
PS.: Mit der Restwolle kannst Du bald auch wunderbare romantische Ärmelblitzer/Handstulpen häkeln. Anleitung folgt. Ich bin dran 😉
LG von Eurer Frau Bidder
Quellennachweise:
https://de.wikipedia.org/wiki/Baskenmütze
Dr. Editha Koeberle-Petzschner



















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